Am Dienstag, 13. Januar, fand die zweite Tarifverhandlung zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeber bei Rheinmetall Electronics in Bremen statt.
Der Arbeitgeber hat ein Gegenangebot zu unseren Forderungen vorgelegt. Nach intensiver Prüfung war klar: Es muss Bewegung in die Verhandlungen kommen. Deshalb sind wir einen großen Schritt auf die Arbeitgeberseite zugegangen.
Unser Vorschlag: Ein Wahlmodell für die Arbeitszeit.
Künftig soll jeder Beschäftigte selbst entscheiden können, wie viele Stunden er oder sie arbeiten möchte – bis zu 40 Stunden pro Woche. Wer weniger arbeiten will, kann das ebenfalls tun. Die Arbeitszeit kann jährlich angepasst werden. Damit schaffen wir Flexibilität für die Beschäftigten und kommen gleichzeitig dem Wunsch des Arbeitgebers nach mehr Möglichkeiten für 40-Stunden-Verträge entgegen. Aktuell gilt bei Rheinmetall Electronics eine Volumenarbeitszeit von 37,5 Stunden. Das bedeutet: Im Durchschnitt aller Beschäftigten muss eine Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden erreicht werden. Vollzeitkräfte arbeiten derzeit 35, 37,5 oder 40 Stunden. Für jede Teilzeitkraft können entsprechend mehr 40-Stunden-Verträge vergeben werden. Der Arbeitgeber möchte dieses Modell beibehalten, aber den Durchschnitt auf 39,5 Stunden erhöhen. Bei unserer zentralen Forderung – die Tariferhöhungen nicht länger auf 1,5 % herunterzurechnen – will der Arbeitgeber erst ab 2027 nachgeben. Das ist für uns nicht akzeptabel. Wir bestehen darauf, dass die Regelung sofort gilt. Damit würde es im April 2026 eine Entgelterhöhung von 3,1 % geben, wie in der gesamten Metall- und Elektroindustrie.
Unser Fazit: Wir sind mit dem bisherigen Verlauf sehr unzufrieden und erwarten konstruktive Verhandlungen. Der nächste Termin ist Montag. Bis dahin gilt: Bringt das Thema in die Gespräche – in der Kaffeepause, in der Kantine, überall! Sprecht mit euren Kolleginnen über die IG Metall-Mitgliedschaft. Wir müssen wissen, auf wen wir zählen können, falls der Arbeitgeber kein faires Angebot macht.
Gemeinsam sind wir stark – und nur gemeinsam können wir Druck machen.