Dank der starken Beteiligung von über 200 Beschäftigten am vergangenen Donnerstag konnten die Tarifverhandlungen spürbar vorangebracht werden. Durch eure Anwesenheit und euren Einsatz habt ihr deutlich gezeigt, dass ihr hinter unseren Forderungen steht und vom Arbeitgeber ein ernsthaftes, verhandlungsfähiges Angebot erwartet. Dieses klare Signal hat Wirkung gezeigt.
Fortschritte bei der Arbeitszeitgestaltung
Am Ende der jüngsten Verhandlungsrunde konnten wir uns in weiten Teilen auf ein Grundmodell zur zukünftigen Arbeitszeitgestaltung verständigen. Dieser Rahmen muss nun weiter konkretisiert werden. Dazu gehört, verbindliche Schwellwerte für Arbeitszeiten festzulegen und zu definieren, wie Abweichungen davon geregelt werden sollen. Das ist ein wichtiger Schritt, der in der nächsten Verhandlungsrunde weiter ausgestaltet werden muss.
Position des Arbeitgebers
Die Arbeitgeberseite verfolgt weiterhin das Ziel, ein größeres Arbeitszeitvolumen zu verhandeln. Zusätzlich möchte sie verschiedene Regelungen aus dem bisherigen Haustarifvertrag beibehalten. Dazu zählen unter anderem Vereinbarungen zu Leihbeschäftigten sowie zu Kündigungsfristen. Wir erinnern den Arbeitgeber daran, dass er mehr als die Arbeitszeit fordert und die anderen Punkte nicht automatisch in den neuen Haustarifvertrag fortgeschrieben werden.
Position der Arbeitnehmerseite
Wir haben unsere zentralen Forderungen deutlich bekräftigt und weiter untermauert. Dazu gehören insbesondere:
- die Möglichkeit zur T‑ZUG‑Wandlung für alle Beschäftigten,
- die Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss,
- ein Mitgliederbonus,
- sowie ein verbesserter Zugang zur Altersteilzeit.
Diese Forderungen sind für uns zentrale Bestandteile eines fairen und zukunftsorientierten Tarifabschlusses.
Das Verfahren zur methodischen Leistungsbeurteilung hat sich 2025 nicht bewährt. Ohne eine Anpassung der Methodik 2026 die Bewertung zu wiederholen, schadet dem Instrument und der Anerkennung der Leistungsbeurteilung. Wir setzen uns für eine einheitliche Auszahlung der Leistungszulage 2026 in Höhe von 6% ein.
Einschätzung des Angebots
Der Arbeitgeber betrachtet es bereits als „Entgegenkommen“, auf seine ursprünglich geplante Reduzierung der Entgelterhöhung auf 1,5 % zu verzichten. Aus unserer Sicht reicht dies jedoch nicht aus, um eine ausgewogene Gesamtlösung zu erreichen. Deshalb halten wir weiterhin uneingeschränkt an allen unseren Forderungen fest.

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