Endspurt in den Tarifverhandlungen

VonIsabella Albert

Endspurt in den Tarifverhandlungen

Eigentlich wollten wir bereits im Februar den neuen Tarifvertrag unterzeichnen.
Nachdem auf der Betriebsversammlung am 24. Februar noch alles auf Kurs schien und der Arbeitgeber dort mit weitreichenden Zusagen auftrat, wurde die Verhandlungsrunde am 27. Februar kurzfristig von Arbeitgeberseite abgesagt.

In der vergangenen Woche mussten wir dann erfahren, dass entgegen der Darstellung auf der Betriebsversammlung für 2026 nun doch eine ungleiche Verteilung der Leistungszulage geplant ist.
Im Tarifvertrag von 2020 ist für 2026 eine Leistungszulage von 5 % vereinbart, die nach den Regeln der bestehenden Betriebsvereinbarung vergeben werden soll. Das Verfahren der sogenannten „methodischen Leistungsbeurteilung“ hat 2025 jedoch nicht funktioniert: Zwar haben viele Beschäftigte erstmals eine Rückmeldung zu ihrer Leistung erhalten, doch das Punktesystem führte weder bei Beschäftigten noch bei Führungskräften zu nachvollziehbaren Ergebnissen. In einigen Bereichen wurde versucht, Punkte direkt in Prozente umzuwandeln – eine Vorgehensweise, für die das System ausdrücklich nicht ausgelegt ist.

Die IG Metall schlägt daher vor, die Zulage für 2026 pauschal auszuschütten und in Ruhe ein neues, funktionierendes Verfahren für 2027 zu entwickeln.
Gerade mit den anstehenden Führungswechseln durch die Umorganisation braucht der Betrieb kein System, das bereits gescheitert ist, erneut künstlich am Leben zu halten.

Auch bei der unbefristeten Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden gibt es offene Punkte.
Der Arbeitgeber möchte ergänzende Regelungen einführen, um festzulegen, welche Auszubildenden nicht übernommen werden müssen. Wir hätten uns hierzu einen konkreten Formulierungsvorschlag der Arbeitgeberseite gewünscht, um konstruktiv weiterarbeiten zu können. Unser Ziel bleibt eine transparente und verlässliche Regelung – ohne Unsicherheit bis kurz vor der Abschlussprüfung.
Die Auszubildenden sind seit drei Jahren Teil der Belegschaft und müssen sich bei guter Leistung auf eine Übernahme verlassen können.

Unsere Forderung nach besserem Überlastungsschutz ist ein Querschnittsthema, das sich durch mehrere Verhandlungsbereiche zieht.
Bei RME herrscht derzeit hoher Arbeitsdruck: Die Beschäftigten stemmen zahlreiche Projekte, halten enge Fristen ein und geben täglich ihr Bestes. Deshalb brauchen wir verlässliche Mechanismen zur Entlastung und Erholung. Darüber sprechen wir sowohl im Zusammenhang mit dem neuen Arbeitszeitmodell als auch bei der Möglichkeit, die T‑ZUG-Sonderzahlung in freie Tage umzuwandeln.

Die nächste Verhandlungsrunde findet in der Osterwoche statt.
Wir erwarten konstruktive Gespräche, um die offenen Punkte endlich gemeinsam zu lösen.

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